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Angst vor Hunden

Warum zieht es unsere Hunde nur immer zu ängstlichen Menschen hin?
Sicher kennen das viele von uns, daß unser eigentlich friedlicher Fifi auf Spaziergängen mit traumwandlerischer Sicherheit Menschen mit Angst ekennt. Meinen Hunden z. B. sind andere Menschen/Spaziergänger/Jogger völlig schnuppe, das haben wir geübt und es klappt sehr gut. Aber wehe es begegnen uns Menschen mit Angst vor Hunden, solche Menschen üben eine magische Anziehungskraft aus. Leider!

Warum ist das so? Der Geruchssinn der Hunde ist sehr sensibel und die Nase des Hundes verfügt über sehr viel mehr Riechzellen als das menschliche Geruchsorgan. Während der Mensch mit ca. 30 Millionen Riechzellen auskommt, besitzen unsere Hunde bis zu 250 Millionen davon. Klar, daß sie besser und vor allem viel differenzierter riechen können. Sie sind sogar in der Lage die Richtung eines Geruches zu bestimmen (ähnlich wie wir beim Hören). Daher werden Hunde mit Job gerne für die diffizielsten Riecharbeiten eingesetzt. Sie erschnüffeln Drogen und Sprengstoff, vermisste Personen oder Trüffel. Das alles ist für die Hundenase eine Leichtigkeit.

Und so können Hunde eben auch Angst und Stimmungslagen von uns Menschen riechen. Je nach körperlicher oder geistiger Verfassung verströmen wir über den Schweiß den ganzen Tag Duftstoffe, sogenannte Pheromone. Diese können die Hunde sehr differenziert riechen und auch einordnen.
Nun begegnen wir also unterwegs einem Menschen, der Angst oder auch nur Respekt vor Hunden hat. Dann wird dieser Mensch beim Anblick des Hundes sofort Angstpheromone aussenden und das macht ihn für den Hund besonders interessant. Zusätzlich wird dieser Mensch auch noch körpersprachliche Abwehrsignale aussenden, sodaß er für den Hund von den anderen Menschen abweicht und dringend abgecheckt werden muß. Und da ein Hund nun mal besser riecht wie sieht, geht er zu dem ängstlichen Menschen hin und will an ihm riechen.
Auch wenn sich der ängstliche Mensch noch so sehr bemüht seine Angst nicht zu zeigen, dem Hund bleibt sie nicht verborgen. Wie sollten also diese Menschen reagieren, sie wissen ja bereits aus Erfahrung, daß Hunde sie in jedem Fall enttarnen? Vermeiden Sie in jedem Fall Blickkontakt und versuchen Sie den Hund zu ignorieren. Zeigen Sie möglichst keinerlei Interesse an dem Tier oder an der Situation und laufen sie ganz normal weiter. Jogger sollten vielleicht langsamer werden, damit nicht auch noch der Spiel- oder Jagdtrieb angefacht wird. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber es ist die einzige Möglichkeit.

Ein verantwortungsvoller Hundehalter, der seinen Hund gut kennt, wird selbstverständlich seinen Hund rechtzeitig zu sich rufen um solche Situationen zu vermeiden. Ein faires Miteinander und Rücksicht aufeinander ist immer der beste Weg und garantiert allen Spaziergängern Entspannung und Erholung!

 

 

Ich habe große Achtung von der Menschenkenntnis meines Hundes. Er ist schneller und gründlicher als ich.

Otto von Bismarck

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