Beißattacke von Rottweiler

Wieder einmal eine aktuelle Nachricht, die mich sehr erschüttert.

Als Außenstehender, der nicht dabei war, ist es nicht möglich, einen Sachverhalt zu beurteilen. Ein Beißunfall, der für alle Beteiligten nur Unglück bringt, sollte niemals vorkommen. Trotzdem lesen wir immer wieder davon in der Zeitung, und es wird wohl leider immer wieder mal vorkommen, aus welchen Gründen auch immer.

Und trotzdem frage mich dann sofort: woran lag es? Ist der Hund wirklich böse? Wurde der Hund falsch erzogen oder hat er selbst irgendwann schlechte Erfahrungen gemacht, die er nicht vergessen kann? Ist der Hund krank? Ist der Halter Schuld? Wurde der Hund nicht genügend ausgelastet? Wir wissen, daß unterbeschäftigte Hunde auf die dollsten Ideen kommen. Hat der Hund irgendetwas falsch verstanden, sodaß sein Hetztrieb aktiviert wurde? Warum hat er nicht von seinem Opfer abgelassen? Wo war die Beißhemmung? Wir wissen es nicht.

Fakt ist, das kleine Mädchen und die Eltern werden ein Leben lang mit den Folgen leben müssen. Vielleicht bleiben sichtbare Narben, von den seelischen ganz zu schweigen. Die Hundehalterin verliert nun ihren Hund und der Hund verliert sein Leben. Es haben also alle verloren!

Halterin scheitert vor Gericht: Duisburger Rottweiler Pascha muss eingeschläfert werden

Münster (aho) – Der Rottweiler, der im Sommer in Duisburg ein zwei Jahre altes Mädchen fast tot gebissen hat, muss eingeschläfert werden. Mit Beschluss vom 16. November 2015 hat der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichts Münster die Einschläferung des Rottweilers „Pascha“ bestätigt und damit einen hiergegen gerichteten Eilantrag der Halterin des Hundes abgelehnt. Der Beschluss des Gerichts ist unanfechtbar.

Die Stadt Duisburg hatte die Einschläferung nach den Vorschriften des Landeshundegesetzes angeordnet, nachdem der Hund am 6. Juli 2015 am Rheindeich in Duisburg eine Familie angegriffen und dabei ein zweijähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt hatte. Dem Kind wurden große Teile der Kopfhaut abgerissen, daneben erlitt es teils schwere Bisswunden an Ohren, Auge, Mund, Bauch und Beinen.

Das Oberverwaltungsgericht ist ebenso wie die Vorinstanz zu dem Ergebnis gelangt, dass die von dem Rottweiler ausgehenden Gefahren seine Einschläferung rechtfertigen. Angesichts des drohenden immensen Schadens im Fall einer erneuten Beißattacke komme es auch nicht in Betracht, den Hund – wie von der Halterin vorgeschlagen – in die Hände einer Tierschutzeinrichtung zu geben. Bei seiner Einschätzung stützte sich das Oberverwaltungsgericht wie zuvor das Verwaltungsgericht maßgeblich auf ein amtstierärztliches Gutachten. Die Amtstierärztin hatte ein inadäquates bzw. fehlgeleitetes Jagdverhalten festgestellt. Eine Beißhemmung habe während des unvermittelt gestarteten und sodann zielgerichtet über mehrere Minuten fortgesetzten Angriffs auf das Mädchen nicht bestanden. Der Rottweiler könne auch nicht mehr erfolgversprechend therapiert werden.

Aktenzeichen 5 B 925/15 (I. Instanz: VG Düsseldorf 18 L 2369/15)

Quelle: http://www.animal-health-online.de/klein/2015/11/17/halterin-scheitert-vor-gericht-duisburger-rottweiler-pascha-muss-eingeschlafert-werden/9939/

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