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Das Gehirn ist zum Denken da!

 

Wir sollten uns ab und zu mal daran erinnern, daß wir ein Gehirn im Kopf haben und sollten es so oft wie möglich nutzen.

Manchmal glaube ich, daß wir unseren gesunden Menschenverstand verloren haben. Der Mensch an sich ist ja bequem und, zumindest zeitweise, gerne auch mal denkfaul. Wie sonst ist es zu erklären, daß uns die Industrie so wunderbar manipulieren kann und wir brav wie die Schäfchen ihren „Empfehlungen“ folgen? Wie ist es zu erklären, daß wir die Verantwortung z.B. für die Fütterung unserer Hunde gerne in die Hände der Dosen legen und der Meinung sind das Beste für unseren Hund getan zu haben? Wie sonst ist es zu erklären, daß wir unseren Hunden jeden Tag eine Dose servieren, die beim Öffnen einen unguten Geruch verbreitet, wir sie aber trotzdem morgen wieder öffnen werden und sie unseren Hunden vorsetzen?

Wir möchten für unsere Tiere nur das Beste. Wir möchten, daß sie ein glückliches und gesundes Leben bis ins hohe Alter führen und dafür tun wir so Einiges. Aber tun wir das, weil wir uns wirklich eine Meinung gebildet haben, unseren Hundehorizont erweitert haben und somit wissen, was gut und schlecht für unsere Hunde ist? Oder tun wir das, weil uns die Hundeindustrie mit Hilfe von Werbefachleuten dazu animiert, möglichst viel zu konsumieren und uns suggeriert was wir doch für schlechte Hundehalter sind, wenn wir dieses oder jenes nicht für unseren Liebling kaufen?

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Die Werbung bildet uns nicht! Sie verbildet uns höchstens. Es ist so viel einfacher den mit Absicht einprägsamen Werbeslogans zu glauben. Und da sie uns jeden Abend vor dem Fernseher, in Zeitungen oder sonst wo eingehämmert werden, klappt das ganz gut. Wer kann schon einem Bild von einem zuckersüßen kleinen Welpengesicht widerstehen. Wir sehen in die Augen dieses Wonneproppens und schon schaltet unser Gehirn auf Will-Haben-Modus, der Arm streckt sich, die Hand greift zu und schon ist die Dose Hundefutter in unserem Einkaufswagen. Viel wichtiger jedoch wäre es, die Zutatenliste zu lesen, aber das ist ja anstrengend und es setzt auch den vorherigen Gebrauch des Gehirns voraus, denn die Zusammensetzung des Futters nur lesen und nicht verstehen, nutzt gar nichts.

Es hilft also nichts, wir müssen uns schlau machen, wenn wir auf die Tricks der Industrie nicht hereinfallen wollen. Das, und nur das, verhindert, daß unsere Hunde etwas ausbaden müssen, was uns die Hundefutterindustrie einbrockt. Ein Konzern ist ein Wirtschaftsunternehmen und ist ganz bestimmt nicht vorrangig auf das Wohlergehen unserer Hunde aus. Viel wichtiger, und für den Konzern wohl auch überlebenswichtig, ist die Gewinnmaximierung und das Erlangen eines größtmöglichen Marktanteils, denn damit erlangt man Macht. Und wer die Macht hat, hat das Sagen auf dem Weltmarkt und bestimmt damit wo es lang geht.

Sicher ist kein Hundefutterkonzern daran interessiert, daß seine „Abnehmer“ nach dem Genuss einer Dose sofort tot umfallen, das wäre ja schließlich dumm. Aber eine alte Kaufmannsweisheit ist nun mal: Im Einkauf liegt der Gewinn. Soll heißen, je billiger die Zutaten, desto mehr Marge bleibt dem Konzern übrig. Und DAS ist sein oberstes Ziel!
Wenn als Kolateralschaden unsere Hunde dank schlechter Ernährung leider nicht gesund bleiben sollten, so ist das, zumindest für den Konzern, auch kein wirkliches Drama, denn ganz sicher gehört auch irgendein Pharmaunternehmen dazu, das dann wiederum vom Verkauf der Medikamente profitieren wird.

Also, wir können es drehen und wenden wie wir wollen, der gesunde Menschenverstand ist definitiv unverzichtbar und sollte dringend eingeschaltet werden.

Ein Anfang ist es, wenn Hundefuttr nicht nach hübschen Bildchen gekauft würde, sondern wenn man die Futterzusammensetzung auf der Rückseite liest.

1. Zunächst einmal muß ich wissen, was würde denn ein Hund, wenn er sich selbst ernähren müßte, eigentlich fressen. Wenn man den seriösen Forschern auf diesem Gebiet Glauben schenken kann, dann sind das als grobe Richtlinie, ohne jetzt tief in die Wissenschaft einzudringen, ca. 70% Fleisch und 30% Pflanzenanteil. Das kann man mit dem gesunden Menschenverstand gut nachvollziehen, denn die Nahrung eines wilden Hundes wären ganz sicher Kaninchen. Hier bekäme der Hund Fleisch (Eiweiß), Knochen (Kalzium), Fell (Ballaststoffe) und Mageninhalt (Grünzeug/Getreide). Dazu knabbern Hunde gerne Gras, an Ästen, manche mögen Äpfel oder Karotten sodaß die Fleischmahlzeit mit pflanzlichen Stoffen ergänzt würde.
2. Zusätzlich muß ich wissen, wie ist eine Zutatenliste auf der Packungsrückseite eines Hundefutters aufgebaut. Dazu gibt es gesetzliche Vorgaben und es ist ehrlich gesagt eine Wissenschaft. Was darf, was muß und was kann aufgelistet sein. Und das ist leider auch nicht immer logisch. Aber eine leicht zu merkende und doch sehr hilfreiche Regel zur Beurteilung ist: Je höher der Gesamtanteil eines Bestandteils, desto weiter vorne steht es in der Liste.
3. Und zum Schluß sollte ich noch wissen, welche Stoffe auf gar keinen Fall im Hundefutter enthalten sein sollten. Ähnlich wie bei dem Essen für Menschen gehören Konservierungsstoffe, Aromastoffe, Farbstoffe, Lockstoffe, Appetitanreger oder Geschmacksverstärker wie z.B. Glutamat auf gar keinen Fall ins Futter. Auch Fettzugaben, Getreide, Zucker, Molkereierzeugnisse, Tiermehl und tierische Nebenerzeugnisse sind bedenkliche Zutaten und sind ein deutlicher Hinweis, daß das Futter „gestreckt“ wurde. Wenn eine oder mehrere dieser Zutaten auf der Packung aufgelistet sind, Finger weg!

Mit diesen wenigen Erkenntnissen ist man schon ganz gut gerüstet, wenn man zur Analyse seines Hundefertigfutters schreitet, und damit fallen schon viele Futtersorten aus. Trotzdem wird es uns nicht leicht gemacht, denn die Deklaration von Lebensmitteln allgemein ist nicht klar, verständlich oder gar logisch, obwohl die Behörde für Verbraucherschutz mehr Transparenz versprochen hat. Es gibt leider immer noch viel zu viele Schlupflöcher und man sollte sich im Klaren sein, daß die Werbung mit den schönen Bildern und gut klingenden Namen und Parolen aus Mist ein Topfutter schaffen kann. Und das wird genutzt!

Der beste Schutz dagegen ist Wissen! Nur wer sich schlau macht und seinen gesunden Menschenverstand bemüht wird nicht getäuscht werden. Das gilt für das Hundefutter genauso wie für unsere eigenen Lebensmittel.

 

Der Vater kann sein was will, aber die Mutter aller Krankheiten ist die Ernährung!

2 Kommentare

  1. Das Fressen des Hundes ist keine einfache Entscheidung. Wir halten uns noch an die Vorgaben vom Züchter. Neben Trockenfutter bekommt unsere noch Dosenfutter wo wir noch separat getrocknetes Gemüse bei mischen. (Die Dose stinkt aber nicht 😉

    Sobald unser Irischer Wolfshund alt genug ist, wollen wir anfangen zu Barfen.

    1. Das ist wohl wahr, daß die Futterwahl nicht einfach ist. Jeder muß für seinen Hund selbst eine Entscheidung treffen, die gut überlegt sein will. Barfen ist sicher eine gute Idee und ich wünsche Eurem Irischen Wolfshund, daß alles gut klappt und er diese Art der Ernährung mag und gut verträgt. Vielleicht hören wir später nocheinmal wie es ihm damit geht?

      LG Sabine

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