Der Podenco – Rasseportrait

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FOTO: perros.anipedia.net

 

Als Podenco bezeichnet man in Spanien und Portugal verschiedene, jedoch sehr ähnliche windhundartige Jagdhundrassen. Zum Namen des Podenco (auch: Podengo) gehört immer eine Zusatzbezeichnung der Gegend, aus der der Hund stammt.

Podenco Canario, von den Kanaren

Podenco Ibicenco, von den Balearen, der größte dieser Hunde bis 70cm

Podenco Portugues, aus Portugal

Podenco Andaluz, aus Andalusien

Podenco Andaluz Maneto, der kurzbeinige Vertreter

Herkunft

Schon in den alten ägyptischen Wandmalereien erscheinen Jagdhunde, die eine große Ähnlichkeit mit dem Podenco haben. Diese alte ägyptische Rasse, der Tesem, zeigt einen stehorigen Hund mit einem langen geringelten Schwanz und mit eleganter windhundartiger Silouette. Diese große Ähnlichkeit mit den heutigen Podencos läßt vermuten, daß die antiken Seefahrer in früheren Zeiten diese Hunde verbreitet haben. Insbesondere der 70cm hohe Podenco Ibicenco von den Balearen und der Kelb tal-Fenek von Malta gelten als die Nachfahren der typischen ägyptischen Hunde. Der Kelb tal-Fenek wird sogar offiziell von der FCI (Internationale Kynologische Vereinigung) als Pharaonenhund bezeichnet.

Äußeres Erscheinungbild

Podencos haben ein auffällig elegantes Erscheinungsbild durch ihre besonders schlanke, windhundartige Körperform. Auffallend sind auch die großen stehenden Ohren. Einige Rassen treten rau- oder glatthaarig auf, wobei die glatten Hunde häufiger sind. Das Fell ist rot mit weiß, weiß mit rot, ganz rot oder ganz weiß. Den Podengo Portugues gibt es auch honigfarben.

Bei der FCI werden Podencos zu der Gruppe 5 gezählt: „Spitze und Hunde vom Urtyp“. In die Gruppe der Windhunde werden sie, obwohl sie den typische Windhundkörper besitzen, offiziell nicht eingeordnet, da Podencos keine reinen Sichtjäger sind wie der typische Windhund. Sie werden jedoch wegen ihrer Ähnlichkeiten fast überall von den Windhundeclubs mitbetreut und dürfen auch an entsprechenden Rennen mit teilnehmen.

Die Bewegungen der Podencos sind atemberaubend elegant, sie schweben fast im schnellen Lauf. Sie sind sehr wendig und bewegen sich selbst in schwierigstem Gelände mühelos.

Wesen

In ihren Ursprungsländern werden Podencos als Nutztiere gezüchtet und gehalten. Sie werden zur waffenlosen Meutejagd auf Kaninchen eingesetzt und nur für diesen Zweck werden sie gezüchtet. Eine Meute besteht meist aus bis zu zehn Hündinnen und einem Rüden. Sie jagen auf Sicht, nach Gehör und nach der Nase. Alle drei Sinne sind beim Podenco ähnlich gut ausgebildet und machen ihn zu einem hervorragenden Jagdhund. Die Aufgaben in der Meute sind Stöbern, Gebüsch umstellen und die Beute fangen. Die Hunde jagen selbständig (Solitärjäger), freudig und ohne Streitigkeiten, auch nicht um die Beute. Die Kaninchen werden mit weichem Maul gejagt, das heißt, die Beute wird nicht geknautscht und beschädigt. Oft bringt der Hund die Beute noch lebend zu seinem Galguero. Die Hunde sind sehr sprunggewaltig und trittsicher in schwierigstem Gelände.

Als Haushunde wurden Podencos nie gezüchtet, jedoch sind sie im Haus sehr angenehme Mitbewohner. Auch wenn sie noch niemals zuvor eine Couch gesehen haben, so wissen sie sofort wie man diese in ihrem neuen Zuhause benutzt. Sie zeigen sich als verschmuste eher ruhige Hunde. Mitunter kann man herzlich über sie lachen, weil in den meisten ein kleiner Clown versteckt ist. Geht es jedoch nach draußen, so erwachen blitzschnell alle Jagdhundsinne und sie sind ganz in ihrem Element. Sie sind keine ruhigen Familien-Begleithunde, denn sie sind immer auf der Jagd. Achtung, diese Eigenschaft macht sie nicht zu einem Hund für Jedermann. Podencos sind sehr eigenständig denkende und handelnde Hunde. Mit Gewalt sind sie keinesfalls zu erziehen und ihre Ausbildung erfordert viel Zeit und Geduld. Man kann sie nur durch positive Verstärkung überzeugen, aber niemals zwingen etwas zu tun. Sie sind sehr intelligent und langweilen sich bei immer wiederkehrenden Übungen schnell. Vom Hundhalter wird daher sehr viel Kreativität in der Gestaltung der Ausbildung verlangt. Auch Hundeschulen, die sich mit der Andersartigkeit dieser Hunde auskennen, gibt es nicht an jeder Ecke.

Wegen der Selbständigkeit der Podencos sind sie nicht leicht zu erziehen, aber mit viel Geduld, Konsequenz und Zeit ist es durchaus möglich. Sie sind jedoch keine Hunde, die man in der Familie „nebenbei“ miterziehen kann, sie sind eine echte Aufgabe. Daher sollte man sich vor der Anschaffung Gedanken darüber machen, ob man dies auch leisten kann, denn dieser wunderschöne Hund kann sonst schnell zum Alptraum werden. Stellt man sich jedoch der Aufgabe, so wird man mit einem wunderbaren Hund an seiner Seite belohnt.

 

Literatur:

Der Podenco Ibicenco

von Susanne Blank und Heike Schmidt-Röger

ISBN 3-86127-781-6

 

 

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