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Hund aus zweiter Hand

 

Ein Hund aus zweiter Hand hat viele Vorzüge, daher möchte ich ein Plädoyer für diese Hunde halten.

Ich höre immer den Satz: Ich möchte unbedingt einen Welpen haben, denn den kann ich mir genau so erziehen wie ich ihn haben möchte.

Leider haben hier viele die Rechnung ohne den Hund gemacht. Hunde haben nämlich einen bestimmten Charakter von Geburt an, den man zwar lenken kann, aber nicht nach Belieben verändern kann. Um die charakterlichen Vorzüge eines Welpen zu fördern bedarf es auch guter Kenntnisse in der Hundeerziehung. Darüber hinaus muß man sich viel Zeit nehmen um den kleinen Hund zu erziehen und an das Leben zu gewöhnen, denn nur dann ist ein späteres harmonisches Miteinander gewährleistet.

Ein Beispiel einer Freundin: Sie wollte gerne einen Familienhund haben, der die Familie bereichert und ein Freund der Kinder werden sollte. Genauso denken viele Eltern, denn die Kinder sollen mit einem Haustier aufwachsen und den Umgang mit Tieren erlernen. An sich ein kluger Gedanke. Das Wichtigste in diesem Fall war also ein kinderfreundlicher Hund. Es sollte unbedingt ein Welpe sein, der noch keinerlei schlechte Erfahrungen gesammelt hatte. Und so kam es dann auch, es zog ein zuckersüßer kleiner, 8 Wochen alter, Mischling ein. Die Hundeeltern waren bekannt, drei Jagdhundrassen hatten sich vermischt, und der Welpe war liebvoll mit seinen Geschwistern in einer Famile herangewachsen.

Bald stellte sich in seinem neuen Zuhause heraus, daß dem Hund der Umgang mit den Kindern nicht wirklich angenehm war. Je älter er wurde, desto weniger tolerierte er die Kinder. Das ging so lange bis der Hund auch mal die eigenen Kinder zwickte, später auch bei fremden Kindern schnappte. Warum entwickelte sich alles so? Wurden Fehler gemacht? Oder ist es einfach der Charakter dieses Hundes?

Dieses Beispiel soll zeigen, daß ein Welpe kein Garant für spätere Verhaltensweisen ist!

Wäre es also nicht besser gewesen sich einen erwachsenen Hund auszusuchen bei dessen gefestigten Eigenschaften man von Kinderfreundlichkeit mit Sicherheit hätte ausgehen können?

Und hier sind wir bei den wirklich unschätzbaren Vorzügen eines Hundes aus zweiter Hand. Bei einem Hund der bereits einige Monate oder Jahre alt ist kann man genau sagen, zu wem er paßt und wohin er passt. Solche Hunde haben natürlich ihre Erfahrungen gemacht, aber diese müssen keinesfalls schlecht gewesen sein. Bei einem erwachsenen Hund kann man nach einer gewissen Eingwöhnungszeit sofort, eventuell mit Hilfe eines guten Hundetrainers, mit der Erziehung beginnen. Einem Welpen hingegen kann man Erziehung nur entsprechend seiner Entwicklung zumuten.

Second Hand Hunde kann man entweder vom jetzigen Besitzer übernehmen, der seinen Hund (hoffentlich) gut kennt und das Tier genau beschreiben kann. Das Leben kann sich oft so entwickeln, daß man sich von seinem Tier trennen muß und dann ist man gezwungen einen neuen Platz für sein Tier zu finden. Die meisten Hunde, die nicht mehr bei ihren Menschen bleiben können, landen jedoch in Tierheimen oder auf deren Pflegestellen. Wenn es gute Tierheime sind, dann wird man immer bemüht sein einen möglichst idealen Platz für seine Schützlinge zu finden, denn sie sollen ja einen Platz für immer bekommen und nicht nach ein paar Wochen wieder zurück kommen.

In einem Tierheim kann man getrost alle Wünsche an die charakterlichen Anforderungen seines zukünftigen Mitbewohners nennen, die Tierpfleger werden ihnen behilflich sein und Ihnen die perfekten Kandidaten vorstellen. Ein „fertiger“ Hund muß nicht pefekt sein, aber man kann sich vorher auf seine Eigenheiten einstellen. Und mit Hilfe einer guten Hundeschule wird es dann ganz sicher das perfekte Team.

Für viele Menschen sind auch die endgültige Größe des Hundes, das Haarkleid oder das Aussehen wichtig. Ein erwachsener Hund wird sich dahingehend nicht mehr viel verändern.

Sie suchen einen Hund der Freude an sportlichen Aktivitäten hat? Auch das kann man bereits nach einigen Monaten durchaus beurteilen. Stellen Sie sich vor, sie adoptieren einen Welpen und wollen später wandern, radeln oder Hundesport betreiben, aber ihr Welpe entpuppt sich als Couchpotato. Dann werden Hund UND Halter sicher nicht glücklich werden.

Vielleicht sind Sie aber auch schon etwas älter und mögen keinen jungen Hund, der zwar lustig ist, aber eben doch viel beschäftigt und ausgelastet werden muß, damit er nicht das Haus auf den Kopf stellt. Auch hier finden sich in Tierheimen immer wieder ältere  Hunde, deren früherer Besitzer verstorben ist oder in ein Pflegeheim gekommen ist. Diese Hunde hatten meist ein schönes Plätzchen und kommen in Tierheimen gar nicht gut zurecht. Sie leiden dort besonders.

Und darüber hinaus ist es auch ein schönes Gefühl einem Hund geholfen zu haben, wieder ein schönes Hundeleben außerhalb von Tierheimzwingern zu führen. Ein Hund ist immer unschuldig und hat nichts hinter Gittern zu suchen. Auch das schönste Tierheim kann einfach keine Familie ersetzen.

 

Franz von Assisi

Der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.

http://www.hunde-in-notpfarrkirchen-ev.de

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