Hundeernährung: Fertigfutter oder Selbstgekochtes

Über die beste Ernährung für unsere Hunde gibt es viele Meinungen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Trockenfutter und Naßfutter, dieses kann industriell hergestellt oder selbst gekocht sein, es kann aber auch rohes Fleisch und Gemüse gefüttert werden, dann sprechen wir von Barfen. Das ist die Abkürzung von BARF = Biologisch Artgerechte Roh Fütterung.

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Trockenfutter ist im Prinzip die gleiche Nahrung wie Dosenfutter, nur, daß dem Trockenfutter das Wasser entzogen wurde. Viele Hundehalter wählen für ihre Vierbeiner fertige Kost, da es einfach praktisch ist. Diese Futterarten sind konserviert, können in der Vorratskammer problemlos gelagert werden und sind somit jederzeit verfügbar. Und unsere Hunde fressen dieses Futter in der Regel gern, leider wird es jedoch nicht von jedem Hund vertragen.

Wer bei seinem Hund Unverträglichkeiten oder Allergien feststellt, hat schnell das Industriefutter in Verdacht.

Bei industriell hergestelltem Hundefutter wird uns von der Werbung immer wieder vorgebetet, daß dies das einzig wahre Futtermittel sei, denn die Inhaltsstoffe seien artgerecht und ausgewogen und auch die Mineralversorgung sei optimal gewährleistet.

Wenn man sich die Mühe macht und die Zusammensetzung dieser Futter einmal unter die Lupe nimmt, dann kommen leider oft erschreckende Tatsachen ans Licht. Man muß sich vor Augen halten, daß, vor allem die großen Futtermittelhersteller Unternehmen sind, die gewinnorientiert arbeiten. Das ist kein Vorwurf, aber das ist so. Und auch wenn uns die Werbung mit viel Aufwand und Geld glauben machen möchte, daß diese Industrie nur das Beste für unsere Hunde will, so will sie in erster Linie das Beste für sich und seine Aktionäre.

Ganz besonders auffällig sind in allen Fertigfuttersorten die hohen Getreideanteile und die Verwendung von sogenannten tierischen Nebenerzeugnissen.

Hunde sind sogenannte Omnivoren, d.h. sie fressen Fleisch und Pflanzen/Gemüse. Der optimale Fleischanteil liegt bei 70-80%, der Gemüseanteil bei 20-30%.  Im Fleischanteil sind alle tierischen Produkte wie Knochen, Innereien usw. enthalten. Getreide ist definitiv keine Nahrung für Hunde und schon gar nicht in den Mengen, in denen es in den meisten Dosen-  und Trockenfuttern enthalten ist. Getreide dient jedoch als billiger Füllstoff und wird daher gerne und reichlich verwendet.

Bis industrielles Futter in der Dose oder in der Tüte landet wird es so viel bearbeitet, daß sämtliche Nährstoffe und Vitamine zunächst einmal nicht mehr da sind. Die Chemie richtet es dann wieder und es werden künstliche Mineralstoffe, Vitamine, Aromastoffe, Geschmacksstoffe usw. wieder zugesetzt, bis es wieder ein angeblich ausgewogenes Hundefutter ist.

Ich möchte an dieser Stelle wirklich dazu aufrufen sich im Sinne Ihres Hundes mit der Tabelle der Zusammentzungen auf den Fertigfuttern auseinanderzusetzen und sich schlau zu machen. Die Gesundheit Ihres Hundes sollte Ihnen das wert sein und es ist gar nicht so schwer. Wenn Sie das Prinzp einmal erkannt haben, dann werden Sie Erstaunliches entdecken. Und schon mancher Hundehalter hat in Kenntnis der Zusammensetzung von Fertigfutter nie wieder eine Dose gekauft. Es gibt viele Bücher, die Ihnen dabei helfen können. Auch das Internet kann eine große Hilfe sein.

In Kenntnis der Arbeitsweise der Futtermittelindustrie wollen oder müssen viele Hundehalter aus gesundheitlichen Gründen nach Alternativen suchen. Hier wird dann selbst gekocht,  oder das Futter wird, in Anlehnung an die Natur und die wölfischen Vorfahren unserer Hunde, roh verwendet. Egal ob nun selbst gekocht oder roh gefüttert wird, der große Vorteil ist, Sie wissen was in den Hund kommt, und zwar ganz genau! Von gesunden und artgerechten Zutaten in der richtigen Ausgewogenheit wird kein Hund krank!

Ich kenne die Einwände: Das ist mir zu viel Arbeit, wann soll ich das alles auch noch machen, ob ich das mit der Ausgewogenheit und den Mineralstoffen wohl hinbekomme?

Glauben Sie mir, mit einem bisschen guten Willen und einem guten Zeitmanagement werden Sie das schaffen, es ist gar nicht schwer. Schnell hat man sich an einen etwas veränderten Tagesablauf gewöhnt und alles ist kein Problem mehr. Und ein paar Dosen im Keller als Notfall-Ration, wenn der Tag wirklich mal alle Zeitreserven gnadenlos aufgebraucht hat, sollten erlaubt sein, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Man kann nicht alle Hunde über einen Kamm scheren und sagen nur eine Fütterungsmethode ist die Richtige. Es sollte auch kein Glaubenskrieg darüber entstehen, was ist richtig und was falsch. Wie so oft im Leben ist ein guter Mittelweg meist nicht der schlechteste Weg, jedoch sind wir es meiner Meinung nach unseren Hunden schuldig, sich mit ihrer Lebensweise und Ernährungsweise vertraut zu machen. Ein gesunder und fröhlicher Hund wird es Ihnen mit einem langen Leben danken.

 

Hier noch meine Empfehlungen:

http://myhund4you.com/die-richtige-hundeernaehrung/

Buchtipps:

Hunde würden länger leben, wenn… von Tierärztin Jutta Ziegler

BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde
Simon, Swanie

Vorwort – Zur Ernährung des Hundes – Praktische Fütterung mit BARF – Fasten – Ernährungspläne – Futtermittelliste – Fleisch und Knochen – Gemüse und Obst – Getreide – Milchprodukte – Öle und Fette – Kräuter – Sonstige Futtermittel – Wasser – Nahrungsergänzung – muss das sein? – Vitamine – Mineralien – Umstellen auf BARF – Entgiftung? – Parasiten – Noch offene Fragen – Für die Taschenrechner-Fütterer – Bezugsquellen – Weitere Infos – Literaturempfehlungen. Die Ernährung ist das wichtigste Standbein einer guten Gesundheit. Leider haben die meisten Hundebesitzer die Verantwortung für die Ernährung ihres Hundes an die Tierfutterhersteller abgegeben. Das Ergebnis der Fütterung mit dieser auf Getreide basierenden Nahrung wird immer deutlicher durch den enormen Zuwachs an Krankheiten in unserer Hundepopulation. Das hängt UNBEDINGT mit der Ernährung zusammen. Viele Tierärzte, Züchter und Hundebesitzer suchen Alternativen zu Fertigfutterprodukten. Eine dieser Alternativen, die mittlerweile Befürworter in der ganzen Welt hat, ist die sogenannte BARF-Ernährung. Diese Broschüre erklärt auf einfacher und praktischer Weise wie man seinen Hund artgerecht mit frischem Futter versorgen kann. Alle wesentlichen Fragen werden kompetent beantwortet. Mit Futtermittelbeschreibungen, kleine Kräuterkunde, Hinweisen zu Ergänzungsfuttermitteln, Ernährungsplänen, nützlichen Tipps, Tabellen, Bezugsquellen und weiterführender Literatur.

 

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