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Hundemantel muss das sein?

 

Jetzt geht sie wieder los, die Jahreszeit, in der die Hundemäntel wieder zum Einsatz kommen.

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Kaum wird es herbstlich, steigt die Zahl der Hunde, die mit Mäntelchen vor die Haustür geführt werden. Hier stellt sich die Frage: Nützt der Hundemantel oder schadet er mehr?

Sobald die Temperaturen fallen, und wir selbst unsere Wintermäntel aus dem Schrank holen, steigt die Zahl der bemantelten Hunde auf den Straßen steil an. Es ist keine Frage, die Erfindung des Hundemantels ist eine gute Sache, aber wirklich für jeden Hund?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Hundemantel in unserer Welt nicht existent. Nur die Schoßhündchen trugen soetwas, aber da diente der Hundemantel eher als Accessoire für Frauchen, wie wahrscheinlich der ganze Hund. Hundemantel trugen nur Hunde, die von Frauchen sowieso nur getragen wurden, und irgendwo auf einem Divan hockten und mit Paralinen gefüttert wurden. Ok, das war jetzt ein Klischee und nicht ganz fair, aber definitiv trug früher fast kein Hund einen Mantel.

Wieso hat nun heute jeder zweite Hund einen Mantel an? Ist es wirklich notwendig oder finden es Herrchen und Frauchen einfach nur chic?

Ich lese Überschriften wie: Hundemantel und Hundepullover – wir wissen was ihr Hund will und braucht. Ist die Hundemantelindustrie vielleicht nur daran interessiert Hundemäntel in möglichst großen Stückzahlen zu verkaufen? Will ein Hund wirklich eine Mantel tragen?

Hundemantel – ja oder nein?

Um diese Frage wird unter Hundehaltern gerne gestritten und kann die Gemüter im Für und Wider erhitzen und die Hundehalter in zwei Lager spalten. Daher versuche ich hier mal aufzudröseln, welche Funktion ein Hundemantel im sinnvollen Einsatz haben kann.

Logisch, daß wir uns hier nicht mit modischen Hundemänteln befassen wollen, sondern mit rein funktionellen Modellen: Schließlich geht es um die Bedürfnisse unserer vierbeinigen Begleiter, nicht unsere persönlichen Präferenzen.

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                                                  So, sollte es nicht sein.

 

Es geht folglich bei der Frage „Hundemantel – ja oder nein?“ um das Beste für den Hund; wenn er sich mit Mantel im Winter sichtlich besser fühlt, sollte man Kommentare aus der „Hunde brauchen keinen Mantel“-Fraktion geflissentlich ignorieren.

Tatsache ist, dass einige Hunde im Winter frieren. Dafür gibt es verschiedene Faktoren wie zum Beispiel mangelnde Unterwolle, Herkunftsklima oder individuelles Kälteempfinden – schließlich gibt es auch unter Menschen "Frostbeulen" und Menschen, denen nie richtig kalt ist. Oftmals herrscht im Winter zwischen dem Klima im Haus und dem draußen bis zu 20 oder sogar 30°C Temperaturunterschied: Kein Wunder, dass manche Hunde nicht nur unter dieser Kälte leiden, sondern auch ernste gesundheitliche Probleme entwickeln.

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Welche Hunde brauchen einen Hundemantel?

Bei dieser Frage ist es schwer, universelle Gründe festzulegen, aber alle im Folgenden genannten Punkte sind oftmals Argumente dafür, dass Hunde einen zusätzlichen Wärmeschutz brauchen.

Zuerst einmal ist da die Rasse: Hunde mit generell kurzem Fell und daher fehlender Unterwolle wie zum Beispiel Pinscher, Dobermann und Weimaraner mögen die Kälte nicht so gerne und frieren eher. Auch die ganzen Hunderassen aus dem Süden, wie Galgo, Podenco und Co. sind oft richtige "Frostbeulen" Auch Rassen mit kurzen Beinen, wie Dackel, sind der Kälte stärker ausgesetzt als andere Hunde. Manche frieren am ganzen Körper, die anderen vor allem an der Bauchunterseite. Aber auch langhaarige Hunde können Probleme mit Kälte haben, beispielsweise, wenn sie grade durch eine frische Schur ohne schützendes Deckhaar unterwegs sind. Jedoch können diese Hunde auch ohne Schur stark frieren, wenn auf langen Touren die Nässe gänzlich bis auf die Haut vordringt.

Der nächste Punkt betrifft das Alter. Welpen haben beispielsweise ein noch nicht ausgeprägtes Immunsystem, weshalb man sie vor zu starken Temperaturschwankungen schützen sollte, doch auch alte Hunde haben im Winter zunehmend Probleme: Oft spielt das Immunsystem nicht (mehr) mit wie früher, außerdem führt altersbedingter Muskelschwund oder Krankheiten wie Arthritis dazu, dass der Hund sich nicht mehr genug bewegen kann, um sich selber warmzuhalten.

Als weitere „mantelprädestinierte“ Hundegruppe kommen wir zu den kranken Vierbeinern. Da gibt es zunächst einmal die, die „nur“ unter einem temporären Schnupfen oder einer Erkältung leiden.Aber es gibt vor allem die Hunde, die mit Gelenk- und Knochenproblematiken oder Organschwächen zu tun haben. Hier kann eine Wärme-Unterstützung wahre Wunder wirken und sichtlich zum Wohlbefinden des Hundes beitragen.

Zu guter Letzt macht der Einsatz eines Mantels für Hunde Sinn, die aktiv Hundesport betreiben. Sie sollten die Jacken dabei nicht während des Trainings tragen, sondern in Trainingspausen: So wird dafür gesorgt, dass die aufgewärmten Muskeln nicht sofort wieder auskühlen. Dadurch braucht der Hund sich nur einmal aufzuwärmen und zusätzlich wird das Verletzungsrisiko minimiert.

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Woran erkennt man, daß ein Hund friert?

Jeder kennt seinen Hund und sollte ihn gut beobachten. Am besten beobachtet man seinen Hund bei normaler Aktivität an einem kühlen Tag bei Wind, Schnee oder Regen; also dem Wetter, das einen dazu bringt, generell über den Einsatz eines Hundemantels nachzudenken. Entscheidend ist hier die Art und Weise, wie sich der Vierbeiner bewegt: Läuft er verspannt, zieht den Rücken hoch oder den Schwanz unter den Bauch, ist ihm vermutlich kalt. Deutlicher ist noch ein sichtbares Muskelzittern oder das untypische Verhalten, dass er die Wohnung bei kaltem Wetter gar nicht erst verlassen möchte.

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Wie sieht der richtige Hundemantel aus?

An erster Stelle kommt hier die Passform, denn was bringt der beste Mantel, wenn er nicht passt – Beine, Hals und Rute müssen frei und ungestört beweglich sein. Hilfreich sind hier besonders dehnbare Einsätze, die gewisse Abweichungen von der „Hundekörper-Norm“ wettmachen.

Genauso wichtig ist natürlich, dass der Mantel seinen Zweck erfüllt und besonders den wenig behaarten Bauch des Hundes abdeckt. Das ist noch wichtiger als der Schutz des Rückens, da dieser dank dichteren Fells meistens sowieso besser geschützt ist. Eine ebenfalls empfindliche, oft unterschätzte Stelle ist der Nacken- und Halsbereich des Hundes. Diese Körperregion kann bestens mit einem Mantelkragen geschützt werden, der weit mehr ist als nur Deko. Wenn man einen Mantel mit Kragen wählt, sollte man allerdings darauf achten, dass es eine Öffnung zum Halsband gibt; sonst wird das An- und Ableinen unnötig erschwert. Weitere sinnvolle Punkte, die bei der Mantelkonstruktion im Idealfall berücksichtigt sein sollten, sind reflektierende Applikationen und eine schützende Nierenpartie. Natürlich spielt auch das Material eine große Rolle: Es sollte auf jeden Fall waschbar und atmungsaktiv sein, je nach Verwendungszweck darüber hinaus wasserdicht und robust.

Der Mantel sollte gut sitzen und nicht verrutschen, sonst nützt er leider gar nichts. Der Körper sollte warm gehalten werden, die Gliedmaßen sollten frei und beweglich sein. Hundemäntel mit "Ärmeln" sind Nonsens.

Der Hundemantel muss auf jeden Fall der Situation angepasst sein, denn ein kuscheliger Wintermantel ist nicht für die Nutzung auf dem Hundeplatz geeignet und ein Regenmantel für den Sommer kann den Hund bei Minusgraden nicht warm halten. Es ist darum wichtig, dass Material und Mantelaufbau auf die jeweiligen Nutzungszwecke abgestimmt sind.

Hundemantel im Einsatz

Als letzten Punkt wollen wir nun ein paar Sachen ansprechen, die bei der Nutzung des Mantels von Bedeutung sind. Grundsätzlich sollte man den Mantel drinnen vor Verlassen des Hauses anziehen, damit es dem Hund leichter fällt, den Temperatursturz auszugleichen und sich zu akklimatisieren.

Der Vierbeiner muss den Mantel dabei nicht über die gesamte Länge des Spaziergangs tragen: Wenn er mit Hundebekleidung spielen, toben und rennen würde, dann könnte es schnell zu der Gefahr einer Überhitzung kommen. Immerhin schwitzen Hunde nicht und können deshalb Ihren Wärmehaushalt nicht so einfach regulieren wie wir. Wenn dein Hund also aufgewärmt ist, kannst du den Mantel ruhig ausziehen und erst wieder anlegen, wenn er sich nach erhöhter Aktivität langsam wieder abkühlt.

Das ist auch positiv für den nächsten Punkt, denn manche Mäntel schränken je nach Beschaffenheit und „Masse“ die Hundesprache bis zu einem gewissen Maße ein: Immerhin verdeckt ein solcher Mantel vieles vom Hundekörper. Dadurch kann es zu Kommunikationsmissverständnissen kommen, die bei fremden Hunden ängstliche oder aggressive Reaktionen hervorrufen können.

Hundemantel im Auto

Generell gilt, dass ein Hund den Mantel nicht benötigt, wenn die Fahrt so lang ist, dass die Heizung warmlaufen wird. In diesem Falle ist ja für die nötige Wärme eh schon gesorgt und der Hundemantel sollte erst unmittelbar vor dem Verlassen des Autos angelegt werden, damit es nicht zu einem noch höheren Temperaturunterschied kommt.

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Fazit:

Generell gilt, daß die meisten Hunde keinen Mantel benötigen, außer sie sind krank, alt oder haben keine Unterwolle. Nur Ausnahmen bestätigen die Regel.

Hunde leben bei uns in Deutschland meistens in Wohnungen oder Häusern. In vielen anderen Ländern der Welt können Hunde durchaus auch draußen im Winter überleben, und das unter viel schlechteren Bedingungen wie hier bei uns in Deutschland. Sie leiden oft Hunger und haben oft nur einen erbärmlichen Verschlag und keine ausreichende medizinische Versorgung. Hunde sind sehr anpassungsfähig und entwickeln ausgeklügelte Überlebensstrategien, wie Wildtiere auch.

Allerdings gehört dazu auch, daß sie Gelegenheit benötigen, um sich an kalte Temperaturen im Freien gewöhnen können. Die ausgeklügelte Thermoregulation funktioniert nur, wenn sich der Körper auf Kälte einstellen kann. Hunden wächst quasi erst Winterfell und Unterwolle, wenn es auch benötigt wird. Dazu müssen sie der Kälte auch ausgesetzt werden. Packen wir unsere Hunde also bereits in warme Mäntelchen ein, wenn uns selbst kalt wird, dann kann der Hund sich nicht selbst gegen Kälte schützen. Wir sollten also die Natur für uns arbeiten lassen, denn dann wird auch das Immunsystem der Hunde optimal auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, und Erkältungskrankheiten wird gut vorgebeugt.

Hunde haben normalerweise keine Probleme den Temperaturunterschied zwischen der Wohnung und dem Freien beim Spazierengehen zu bewältigen. Die Natur hat sie mit einer körpereigenen Thermoregulation ausgestattet. Allerdings sollte der Hund auch Gelegenheit bekommen sich zu bewegen, denn nur dann kann er sich warm laufen. Stundenlanges Fußgehen bei eisiger Kälte sollte man den Hunden im strengen Winter wirklich nicht zumuten, aber wer tut das schon?

Als Hundehalter sollte man also seinen Hund immer gut beobachten. Erst wenn er wirklich friert und zittert ist ein Hundemantel angesagt, vorher ist er eher kontraproduktiv.

Ich wünsche allen Hunden, daß sie ohne Erkältung gut über den Winter kommen!

 

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4 Kommentare

  1. Hey super Beitrag,

    wie du schon sagtest frieren Hunde mit mehr Fell weniger. Das kann ich nur bestätigen. Mein Goldi tobt sich richtig aus bei Schnee während mein kleine Chihuahua am frieren ist und möglichst schnell wieder heim möchte. Deswegen hat er ein kleinen Hundemantel, damit die längeren Spaziergänge nicht unganehm für ihn sind.

    Gruß

  2. Ich finde auch, dass man das individuell entscheiden muss! Wir waren im Urlaub mit Hund in Südtirol und haben auch überlegt, so etwas zu kaufen, Muss man sich eben Gedanken machen. LG 

    1. Genau so ist es , Patrick.  Der Hund soll ja auch Spaß im Urlaub haben, und krank werden soll er auch nicht. Gedanken machen ist immer richtig. LG Sabine

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