IMG_0506

Hunderegeln, wofür eigentlich?

 

Wir haben Regeln. Wir haben sie selbst aufgestellt. Aber warum haben wir Regeln?

Regeln sollen unser Zusammenleben im Alltag vereinfachen und verlässliche Wegweiser im täglichen Miteinander sein. Es gibt Verkehrsregeln, Benimmregeln, Rechtsregeln, ethische und moralische Regeln usw. Alle Regeln helfen uns, unseren eigenen Pfad sicher zu gehen und gleichzeitig wissen wir genau, welchen Pfad unsere Mitmenschen nehmen. Denn auf allgemeingültige Regeln kann man sich im allgemeinen verlassen. Ich betrachte es nicht zwingend als Reglementierung, sondern einfach als Hilfe im täglichen Zusammenleben.

 

IMG_0507

Unter Hundehaltern gibt es Verhaltensregeln, die einmal das Verhalten untereinander bestimmen und genauso das Verhalten nach außen , zum „Rest der Welt“ regeln. In Hundeschulen wird gebetsmühlenartig das kleine ABC der Verhaltenskunde gelehrt, keiner, zumindest keiner, der eine gute Hundeschule besucht, kommt daran vorbei.

Wir behandeln unsere Hunde respektvoll und möchten Ihnen so viel wie möglich Freiheiten  lassen. Jedoch hört die Freiheit und der Respekt gegenüber anderen dort auf, wo andere Mitmenschen oder andere Lebewesen belästigt, gefährdet oder im schlimmsten Fall sogar geschädigt werden.

Ein immer wieder gerne diskutiertes praktisches Beispiel: Der Kotbeutel. Wir benutzen Kotbeutel, damit der Kot niemand anderen belästigen kann, zumindest der verantwortungsvolle Hundehalter tut dies. Diejenigen, die nicht sammeln und eher liegen lassen, sind dann die sogenannten „schwarzen Schafe“, die dafür sorgen, daß alle Hundehalter über einen Kamm geschoren werden, und manchmal auch angefeindet werden. Zu Recht, wie ich finde.

Ein anderes Beispiel ist das Ignorieren der Regel: Anleinen bei Hundebegnungen. Wie oft begegne ich fremden freilaufenden Hunden, die völlig rücksichtslos umherstreifen, auf uns zustürmen und deren Besitzer das völlig normal finden. Wäre es nicht viel rücksichtsvoller, den Hund kurz zu sich zu rufen bei Hundesichtung und zunächst mit dem anderen Hundebesitzer abzuklären, ob Kontakt erwünscht ist? Sicher gibt es viele Hunde, die bei Hundebegnungen völlig problemlos reagieren und das auch schön finden. Aber was ist mit all den Hunden, die z.B. krankheitsbedingt an der Leine geführt werden müssen, sich, eventuell aus medizinischen Gründen, nur kontrolliert bewegen dürfen? Ruhig bleiben ist dann für den Hund eh schon eine schwierige Aufgabe. Da reagiert der Hundesitzer zu Recht ungehalten, wenn ein fremder Hund zum Spielen heranstürmt und den kranken Hund zum Spielen auffordert. Der Kranke ist vermutlich froh über diese Abwechslung und will mitmachen, was er aber ja nicht darf. Und es gibt viele weitere Gründe, weshalb ein Hund angeleint sein könnte.

Wie man an diesen beiden Beispielen sieht, sind dies eigentlich keine Hunderegeln, sondern Regeln für den Hundehalter. Er, und nur er, ist verantwortlich für alles, was sein Hund tut.

Das Leben könnte so einfach sein, wenn man ein wenig mehr Rücksicht aufeinander nehmen würde und dabei seinen gesunden Menschverstand nutzen und mitdenken würde.

Zunächsteinmal ist es wichtig, daß unsere Hunde erzogen werden. Das muß ja nicht heißen, daß sie perfekt und ohne Fehler sein müssen. Nein, aber die wichtigsten Kommandos sollte der Hund schon beherrschen, und das auch möglichst zuverlässig. Je besser der Hund hört, desto mehr Freiheiten wird er haben. Dazu gehört auf jeden Fall, daß der Hund zuverlässig abrufbar ist, ein Rückruftraining bieten alle Hundeschulen an, da der Rückruf vielen Hunden, oder den Haltern, Probleme macht. Klappt es mit dem Zurückkommen, so wird der Hund sehr wahrscheinlich niemanden belästigen. Dazu gehört natürlich auch ein aufmerksamer Hundehalter, der auf seinem Spazierweg seinen Hund immer im Auge behält und rechtzeitig rufen kann.

Zu den weiteren Basics der Hundererziehung gehören die Kommandos „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“. Beherrscht der Hund diese Kommandos, so kann schon fast nichts mehr schiefgehen mit dem Respekt und der Rücksicht auf andere Hunde und Menschen.

Diese 4 Kommandos Sitz, Platz, Bleib und Hier sind der Schlüssel für einen respektvollen und rücksichtsvollen Umgang mit allen Mithunden und Mitmenschen. Es lohnt sich also, ein wenig Aufwand in der Kinderstube unserer Hunde zu betreiben. Wer die ersten ein, zwei Jahre mit dem Hund konsequent übt, hat für den Rest des Hundelebens einen angenehmen Begleiter. Das sollte die Mühe schon wert sein.

Das gilt übrigens auch für erwachsene Hunde, die eventuell aus zweiter Hand stammen und vielleicht noch ein wenig Übung benötigen. Hunde sind sehr anpassungsfähig und lernen auch noch im fortgeschrittenen Alter erstaunliche Dinge, es ist also niemals zu spät.

Aber natürlich reicht es nicht, wenn nur der Hund erzogen ist, auch der Hundehalter muß gewisse Regeln kennen und auch anwenden. Wir Hundehalter sollten auch Nicht-Hundehaltern gegnüber immer mit gutem Beispiel vorangehen.

Außerdem ist es doch sehr angenehm, wenn man selbst respektvoll behandelt wird. Wünschen wir uns das nicht alle? Und hier gilt dann wieder das alte Sprichwort: So wie es in den Wald hinein ruft, so kommt es auch wieder heraus.

 

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.