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Sind Hunde zu zweit glücklicher?

 

Ob Hunde zu zweit glücklicher sind oder lieber als Einzelhund leben möchten kann man sicher nicht pauschal beantworten. Zu individuell sind die Charaktere und auch eventuell die bisherigen Lebenserfahrungen unserer Haushunde. Aber meine Tendenz aus meinen eigenen Erfahrungen mit meinen Hunden geht ganz deutlich in Richtung JA!

Tendenziell leben Hunde ganz sicher lieber mit einem hündischen Partner oder in einem Rudel zusammen. Es ist ihre Natur im Rudel in einem sozialen  Verband mit Partnern zu leben. Die meisten Hunde können auch gut mit einem Menschen/Familie zusammenleben, aber ganz objektiv betrachtet kann ein Mensch nun einmal keinen Hund ersetzen. Ein Mensch kann nicht laufen wie ein Hund, ein Mensch kann nicht spielen wie ein Hund, ein Mensch kann nicht kommunizieren wie ein Hund, ein Mensch hat andere Interessen wie ein Hund. Auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen und Hundesprache erlernen, Bällchen und Stöckchen werfen, den Hund bei uns schlafen lassen usw. Wenn Hunde mit Menschen Zeit verbringen sieht das immer anders aus, wie wenn Hunde untereinander Zeit verbringen. Oder können Sie so schnell laufen wie Ihr Hund, oder haben Sie genauso viel Freude an einem schon seit Wochen vergrabenen Knochen wie Ihr Hund, oder baden Sie gerne mal mit Ihrem Hund in einem schnodderigen Tümpel? Ich denke nein.

Im Umkehrschluß kann es dennoch nicht heißen, daß ein Einzelhund in einer Familie unglücklich ist. Dazu gibt es zuviele Einzelhunde, die nun wirklich keinen unglücklichen Eindruck machen.

Hunde sind Meister der Anpassung an ihre jeweilige Lebenssituation und sie sind eigentlich recht schnell zufriedenzustellen.

Wenn der Einzelhund von seinem Menschen genügend Sozialkontakte mit anderen Hunden geboten bekommt und er ausreichend beschäftigt wird, so ist er sicher kein unglücklicher Hund.

Und doch würden sich die meisten Hunde sicher über einen „eigenen“ Partner freuen. Hunde im Doppelpack, die sich sehr gut kennen und einschätzen können, haben einfach mehr Spaß am Leben. Es gibt eine Rangordnung, die Verlässlichkeit, Schutz und Ordnung bietet. Hunde brauchen Zuverlässigkeit, denn die wiederum bietet Sicherheit im Leben.

Meine beiden Damen sind ein perfekt eingespieltes Team. Betritt zum Beispiel ein „Eindringling“  unser Grundstück, so wird dieser nach immer dem gleichen Ritual gemeldet. Beide Hunde bellen laut, die Mutige läuft vor und die weniger Mutige hält sich im sicheren Hintergrund und verteidigt quasi die hintere Gefechtslinie. Sie sind sich einig, ohne Worte.

Sind wir nicht Zuhause, so wird eben so lange gebellt bis der „Eindringling“ endlich wieder geht und die beiden haben erfolgreich Haus und Hof verteidigt. Ich sehe sie richtig vor mir, wie sie sich gegenseitig auf die Schulter klopfen ob ihres Erfolges. Sie sind sich ganz sicher, daß der „Eindringling“ ohne ihre Verteidigungsstrategie niemals wieder von alleine gegangen wäre.

Sind wir jedoch Zuhause, so komme ich Mensch und gebe die Spaßbremse. Das Bellen muß aufhören und die Hunde müssen im schlimmsten Fall sogar auf ihren Platz gehen und können den Besucher nicht mal mehr sehen. Wie langweilig!

Und so gibt es viel Dinge im Alltag, die ein Hundeleben im Rudel einfach spannender machen. Hunde untereinander haben immer die gleichen Ziele. Beim Fressen, beim Spielen, beim Rumliegen, beim Gassigehen oder beim Warten im Auto. Deswegen schwärmen auch die meisten Mehrhundehalter davon, wie interessant es doch ist, seinen Hunden zuzuschauen wie sie sich untereinander verhalten und kommunizieren. Es sind die Kleinigkeiten und die Nuancen der Kommunikation, aus denen wir Menschen noch ganz viel lernen können. Es ist einfach spannend und wird, zumindest bei uns, auch nie langweilig.

 

Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.

Louis Armstrong

2 Kommentare

  1. Das ist eine interessante Fragestellung.
    Auch ich frage mich das oft, als wir Milo vor fast 2Jahren als Welpen zu uns geholt haben.
    Generell wünschen wir uns schon gerne einen Spielkameraden für Milo, weil ich mir vorstellen kann, dass auch er mit einem Artgenossen glücklicher ist. Die Frage ist nur wann? Momentan ist Milo noch nicht „feste“ in seinem Verhalten und auch die Kommandos sitzen noch nicht 100%. Daher werden wir mit der Überlegung noch etwas warten.

    Gepunktete Grüße
    Katharina mit Milo

    1. Liebe Katharina,
      Milo würde sich ganz bestimmt über einen Spielkameraden freuen, mit dem er lustig umeinander spielen könnte.
      Du überlegst schon ganz richtig, daß es Sinn macht, wenn der Ersthund gefestigt ist und das Hunde ABC beherrscht. Dann kann sich der Zweithund nämlich nicht so viel Blödsinn abschauen 😉 Vor allem, wenn der neue Hund ein Welpe sein sollte.

      Mit zwei Jahren sind sie halt alle noch richtige Kindsköpfe und wollen es noch wissen. Mit 3-4 Jahren werden sie schon etwas vernünftiger. Allerdings habe ich bei allen Dalmis, die ich kenne, das Gefühl, daß sie irgendwie immer lustiges Kind bleiben 😉

      Mit einem etwas älteren Hund, der vielleicht schon etwas Erziehung genossen hat, wäre es sicher einfacher. Hast du darüber schon einmal nachgedacht?

      Viele Grüße, auch an Herrn Punkt
      Sabine

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